Kraft aus der Stille

Eine Frage gleich vorweg: Haben Sie heute gut gefrühstückt?

Vielleicht haben Sie sich in der Früh schon für den heutigen Tag gestärkt, ein schmackhaftes Müsli zu sich genommen, Vollkornbrot und Obst - und fühlen sich nun gut vorbereitet auf alles, was Ihnen heute begegnet. Sie haben damit die Grundlage für körperliches Wohlbefinden gelegt und sich etwas Gutes getan. Gerade das reibungslose Zusammenspiel aller körperlichen Funktionen ist für unser Wohlbefinden wichtig. Wir merken daran, wie sehr Körper, Seele und Geist eine Einheit bilden und den ganzen Menschen ausmachen.

Wenn unserem Körper etwas fehlt, dann fühlen wir uns unwohl oder krank und wir wollen Abhilfe schaffen. Diese Schlussfolgerung ist für uns ganz selbstverständlich, wir brauchen darüber nicht nachzudenken. Was aber, wenn der Seele oder dem Geist etwas fehlt? Merken wir das überhaupt bzw. welche Art von Abhilfe schaffen wir in diesem Fall?

Bei unserer Ernährung achten wir auf eine gesunde und ausgewogen Kost ( bzw. sind gerade dabei, es zu lernen). Doch wie steht die Sache mit unserer seelischen und geistigen »Ernährung«? Tagtäglich führen wir unserem »inneren Menschen« eine Unmenge an Eindrücken, Gedanken und Bildern zu. Was wir sehen und hören, was wir an Informationen und Zerstreuung konsumieren, geht nicht spurlos an uns vorüber. Ganz im Gegenteil: wir formen – oder verformen – damit unsere Einstellungen, Sichtweisen, Gedanken und Gefühle. Achten wir bei »unserer Ernährung« auch auf gesunde Kost für Herz und Hirn? Oder ist es uns mehr oder weniger egal, was wir in uns aufnehmen?

Die Massenmedien, die Umwelteinflüsse werden auf unsere Bedürfnisse keine Rücksicht nehmen – Sie und ich, wir müssen, oder besser gesagt: können die Entscheidung treffen, die zu Ausgeglichenheit, innere Balance und positive Gedanken führen. Rezepte für gesunde Kost und vollwertige Naschereien gibt es ausreichend, aber mal ehrlich: wo finden sich Rezepte für die »innere Ernährung«?

Einer der Faktoren für einen guten Umgang mit unseren Gedanken und Gefühlen heisst »Stille«. Es wäre interessant, eine Liste all jener Geräusche zu erstellen, die Tag für Tag an unser Ohr dringen: Musik, Hupen, Bremsen der Autos, Flugzeuglärm, Kinderlachen, höfliche und auch nicht so höfliche Gespräche, Handyklingeln usw. Diese Liste wäre wahrscheinlich sehr lang!

Wagen Sie doch einmal das »Experiment Stille«. Suchen Sie einen ruhigen Raum auf, einen Platz, an dem Sie ungestört sein können – und sei es nur für ein paar Minuten. Bewusst abzuschalten, zur Stille zu finden, ins Gespräch mit sich selbst zu kommen – das will auch gelernt sein. In dieser Stille ist dann Zeit und Gelegenheit, innezuhalten, nachzudenken über das, was gelungen und was nicht gelungen ist, Sehnsüchte aufzuspüren und Prioritäten neu zu ordnen. Manche Menschen nutzen diese Zeit der Stille auch für das Gebet.

Das Herz im Gebet zu Gott wieder einmal bewusst auszuschütten und dadurch zum inneren Frieden zu finden, ist eine wertvolle Erfahrung. Sind Sie neugierig geworden und wollen Sie auch Ihren »inneren Menschen« gesund ernähren? Dann probieren Sie das »Experiment Stille« aus und erleben Sie neue Kraft für Ihr Leben!

 

Mag. Claudia Flieder,

Mitarbeiterin IBSI,

Wien, A

 

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